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Weichenstellung

11.4.2018

Weichenstellung- Geschäftsjahr 2017

In vielerlei Hinsicht ist das Geschäftsjahr 2017 für DSW21 ein besonderes gewesen. Frühzeitig haben die Stadt Dortmund und DSW21 die Weichen gestellt, damit das Unternehmen auch über 2018 hinaus die Bahn- und Buslinien in der Revier-Metropole betreiben kann. Über die mitarbeiterlose Dortmunder Stadtwerke Holding GmbH, die am 14. Juli 2017 gegründet wurde, und den Öffentlichen Dienstleistungsauftrag (ÖDA), der am 1. Juli dieses Jahres in Kraft tritt, wird DSW21 für weitere 22,5 Jahre von der Stadt Dortmund mit dem Nahverkehr in Dortmund betraut.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Gründung der Dortmunder Stadtwerke Beteiligungsgesellschaft mbH Ende 2017, in die im ersten Schritt die DEW21-Anteile eingebracht wurden. Mit der Einbringung von DEW21 konnten somit stille Reserven gehoben werden, die maßgeblich zu einem Jahresüberschuss für die DSW21 AG in Höhe von rund 215 Mio. € beitrugen. Dieser Gewinn ist ein Polster für die nächsten Jahre, in denen infolge der anhaltend niedrigen Zinsen zusätzliche Pensionsrückstellungen gebildet werden müssen, die jährliche Zuführungen in einer zweistelligen Größenordnung erfordern.

Wird das Jahresergebnis 2017 vor Steuern um die Sondereffekte, die sich aus der Einbringung von DEW21 und der hohen Zuführung zu den Pensionsrückstellungen (22,2 Mio. €) ergeben, bereinigt, konnte DSW21 ein operatives Plus in Höhe von 7,8 Mio. € erzielen (2016: + 7,2 Mio. €). Dies ist vor dem Hintergrund fehlender Ausschüttungen aus den Beteiligungen an RWE und STEAG ein sehr beachtliches Ergebnis. 


ÖPNV: Betriebsergebnis besser als erwartet

Das operative Geschäft von DSW21 ist und bleibt das Mobilitätsangebot mit Bussen und Bahnen. 132,5 Mio. Fahrgäste nutzten im abgelaufenen Geschäftsjahr dieses Angebot. Mit dem Rückgang der Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahr (- 1,2%) geht ein leicht gesunkener Absatz bei den Abonnements und Monatskarten sowie im Schüler- und Ausbildungsverkehr einher.

Der Fehlbetrag für das Betriebsergebnis im Verkehrsbereich ist gegenüber dem Vorjahr (53 Mio. €) zwar um rund 2 Mio. € auf 55,2 Mio. € gestiegen, liegt aber um knapp 2 Mio. € unter dem für 2017 kalkulierten Planwert. Der Unterschied gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf einen höheren Material- und Personalaufwand im Bus- und Straßenbahnbereich zurückzuführen.

Die Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen in die Fahrzeuge und Verkehrsinfrastruktur beliefen sich in 2017 auf rd. 33 Mio. €.

Mobilität und Logistik: Positiver Trend am Airport

H-BAHN21 hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Gewinn in Höhe von 0,2 Mio. € abgeschlossen (Vj.: - 0,2 Mio. €). Die Verbesserung des Ergebnisses ist auf eine gestiegene Anzahl von Studenten und hiermit verbundenen Erlössteigerungen zurückzuführen.

Der Dortmunder Hafen verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 einen Güterumschlag von 2,5 Mio. Tonnen (- 6,8 %). Der Rückgang ist vor allem auf geringere Umschlagszahlen im Bereich der Baustoffe, Schrotte, Mineralöle und der Importkohle zurückzuführen. Für das Geschäftsjahr 2017 führt Dortmund Hafen einen Gewinn von 1,1 Mio. € an DSW21 ab.

Im Geschäftsjahr 2017 ist es Dortmund Airport erstmals seit 2008 gelungen, die 2-Mio.-Passagiergrenze zu überschreiten. Insgesamt nutzten 2.000.695 Fluggäste den Dortmunder Flughafen. Dies sind gut 4% mehr als im Vorjahr. Wachstumstreiber waren 2017 die neuen Destinationen Varna, Thessaloniki, Hurghada und Wien in der zweiten Jahreshälfte, ein erhöhtes Fluggastaufkommen auf bestehenden Routen und eine erhöhte Frequenz auf einigen Strecken. Im Frühjahr/Sommer 2018 werden weitere Ziele zur Destinationskarte von Dortmund Airport hinzukommen: Die ukrainischen Städte Charkiw und Lemberg, Iasi in Rumänien, Posen sowie Szymany in Polen werden die Wizz Air-Ziele ergänzen und den Wachstumstrend weiter verstärken. DSW21 gleicht in 2017 einen Verlust in Höhe von - 13,7 Mio. € aus. Dies ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 1 Mio. €. Bei der zukunftsrelevanten Größe, dem EU-EBITDA, lag dieser Wert bei - 2,4 Mio. € (Vj.: - 2,2 Mio. €).


Energie- und Wasser-Beteiligungen: DEW21 über Plan, Gelsenwasser stabil

DSW21 weist im Zeitraum Januar bis Dezember eine Ergebnisübernahme von DEW21 in Höhe von 45 Mio. € (Vj.: 47,8 Mio. €) aus. Aufgrund höherer Steuerumlagen fällt die Ergebnisübernahme um 6 Mio. € besser aus als geplant.

Die Umsatzerlöse lagen in Summe mit 761 Mio. € um 101 Mio. € über Plan. Insbesondere höhere Handelsumsätze bei Strom und Gas sowie höhere Absätze im Geschäftskundenbereich Strom und Gas führten zu Umsatzsteigerungen. Die Umsätze in der Nahwärme lagen mengenbedingt unter Plan.

Aus der Beteiligungsgesellschaft der Gelsenwasser AG, der Wasser und Gas Westfalen (WGW), an der DSW21 und die Stadtwerke Bochum mit jeweils 50 % beteiligt sind, konnte, wie im Vorjahr, auch in 2017 ein Beteiligungsertrag in Höhe von rd. 33 Mio. € erzielt werden. Seit dem Erwerb in 2003 ist die Gelsenwasser-Beteiligung für DSW21 dank der guten Geschäftsentwicklung und dem zügigen und konsequenten Schuldenabbau der WGW zu einem nachhaltigen Stabilitätsfaktor geworden.

Wie angekündigt hat DSW21 in 2017 keinen Beteiligungsertrag aus der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft (KSBG), in der alle Anteile der einzelnen Konsortialpartner an der STEAG gebündelt sind, erzielt. Die Ergebnisabführung von STEAG in Höhe von 45 Mio. € wird auf Ebene der KSBG ausschließlich für die Finanzierungskosten verwendet. Insgesamt wurden seit dem Erwerb der STEAG über 300 Mio. € der ursprünglichen Darlehen getilgt.

Die KEB Holding AG hält als Tochterunternehmen von DSW21 über 23 Mio. RWE-Aktien. Wie auch im Jahr 2016 hat es in 2017 keine Dividendenzahlung für Stammaktien von RWE gegeben. 

Für das RWE-Geschäftsjahr 2017 erwartet DSW21 in 2018 aufgrund der Aussagen des RWE-Vorstandes neben der regulären Dividende in Höhe von 50 Cent pro Aktie eine Sonderdividende aus der Rückerstattung der Brennelemente-Steuer in Höhe von 1 € pro Aktie. Hieraus resultiert in 2018 ein Ertrag in Höhe von etwa 30 Mio. € nach Steuern. Auch die bereits für das RWE-Geschäftsjahr 2018 angekündigte Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie liegt über den Erwartungen von DSW21. 


Lebensräume: Erfolgsgeschichten dauern unvermindert an

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte DOGEWO21 ein Jahresergebnis von 4,3 Mio. € (Vj.: 3,9 Mio. €). Zugleich investierte das Dortmunder Wohnungsunternehmen rund 37.Mio € in den Neubau sowie in die Modernisierung und Instandhaltung von Beständen. An das Mutterunternehmen DSW21 wurden 1,8 Mio. € ausgeschüttet.

Hohenbuschei hat bis auf ein Grundstück alle 700 Einfamilienhausgrundstücke verkauft. Aufgrund dieser erfolgreichen Grundstücksvermarktung fiel die in 2017 erfolgte Ausschüttung an DSW21 mit 1,8 Mio. € um 0,5 Mio. € besser aus als geplant.

Seit Ende 2014 entwickelt Dortmund Logistik GmbH eine ehemalige 58 Hektar große Industriefläche auf der Westfalenhütte zu einer Gewerbefläche für die Logistikbranche. Dabei setzte sich in 2017 die erfolgreiche Vermarktung fort. Nachdem in 2016 ein 16 Hektar großes Grundstück und damit etwa die Hälfte des Netto-Baulandes auf der ehemaligen Westfalenhütte an die REWE DORTMUND Großhandel eG veräußert werden konnte, wurde im November 2017 eine Fläche von ebenfalls 16 Hektar an einen amerikanischen Investor (Prologis) verkauft. Die letzte Fläche von rd. 21.000 m² ist für ein örtlich ansässiges Unternehmen verbindlich reserviert. Die Gesellschaft erzielte in 2017 insgesamt einen Jahresüberschuss von rund 6,7 Mio. €.


Datennetze: Telekommunikationsdienstleister DOKOM21 weiter erfolgreich

DOKOM21 konnte sein Ergebnis in 2017 wiederum verbessern und hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn in Höhe von 6,2 Mio. € (im Vj.: 6,1 Mio. €) erzielt. Die Ergebnisabführung an DSW21 beläuft sich in 2017 auf 5,7 Mio. € (Vj. 5,6 Mio. €). Die positive Entwicklung resultiert aus Vermarktungserfolgen in den Bereichen Kabel-TV für die Wohnungswirtschaft sowie Rechenzentrumsleistungen für Geschäftskunden und Netzkunden.


Verantwortung vor Ort: 110 Mio. € Leistungen für die Stadt Dortmund

Auch in 2017 hat die DSW21-Gruppe erhebliche Beiträge zur infrastrukturellen Verbesserung sowie zur Entlastung des städtischen Haushaltes beigetragen. Im Jahr 2017 beliefen sie sich wiederum auf rd. 110  Mio. €. Sie betrafen die Finanzierung des ÖPNV und des Flughafens sowie die Zahlung der Konzessionsabgabe. Zahlreiche Spenden und Sponsoring-Maßnahmen (rd. 0,4 Mio. €) im Wesentlichen für kulturelle und soziale Zwecke kommen noch hinzu.


Ausblick: ÖPNV-Investitionen und Pensionsrückstellungen bleiben eine Herausforderung

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wurde im Geschäftsjahr 2017 ein gutes Ergebnis erzielt, welches auch auf die Effekte des »Projekts Zukunft« zurückzuführen ist. Dennoch steht DSW21 auch in den folgenden Jahren weiterhin vor großen Herausforderungen: Aufgrund der Niedrig-Zinsphase am Kapitalmarkt müssen im Zeitraum von 2018 bis 2022 die Pensionsrückstellungen um insgesamt etwa 160 Mio. € erhöht werden. Außerdem wird DSW21 massiv in die Flotte und in die Verkehrsinfrastruktur investieren müssen. So fließt alleine ein dreistelliger Millionen-Betrag in den Kauf von bis zu 26 neuen Stadtbahn-Wagen und in die Runderneuerung von 64 Stadtbahn-Wagen.

Um diese gesamten Herausforderungen meistern zu können, hat DSW21 im Geschäftsjahr 2017 die bereits erwähnten wichtigen Weichenstellungen vorgenommen. Durch den erzielten Bilanzgewinn in Höhe von rund 215 Mio. € besteht ein solides Eigenkapitalpolster für die Zukunft.

Zugleich bleibt es vor dem skizzierten Gesamthintergrund weiterhin unerlässlich, Kosten zu reduzieren und Ergebnisse zu verbessern. Mit Hilfe des 2014 initiierten »Projekts Zukunft« sollten insgesamt Ergebnisverbesserungen in Höhe von 30 Mio. € erzielt werden. Durch Maßnahmen mit einer Dimension von 8 Mio. € allein im Laufe des Geschäftsjahres 2017 wurde Ende 2017 die Marke von 26 Mio. € erreicht. Der Verkauf der Anteile am Westfalentor (6,5 Mio. €) im vergangenen Herbst hatte wesentlichen Einfluss darauf.

Nach heutigem Kenntnisstand wird erwartet, dass das 30-Millionen-Ziel in 2018 erreicht wird und dass das  »Projekt Zukunft« somit  Ende des Jahres erfolgreich abgeschlossen werden kann. Davon losgelöst wird DSW21 auch weiterhin daran arbeiten, Ergebnispotenziale zu identifizieren.

 


Kennzahlen zum vorläufigen Jahresergebnis der DSW21 AG (Vergleichzahlen zum Vorjahr gibt es in der angehängten pdf):

in Mio. €             Ist 2017        

Umsatzerlöse  141,7        
Personalaufwand 116,0           
Materialaufwand 58,0           
Finanzergebnis   29,4  

             
Beteiligungsergebnis 80,7          
u.a.  DEW21  45,0
DOKOM21  5,7              
Dortmund Hafen 1,1    
Dortmund Airport   -13,8            
KEB   0,0                     
WGW (Gelsenwasser)       32,7
KSBG (STEAG) 0,0            2,7

Jahresergebnis      214,6 
Bilanzsumme 31.12. in Mrd. €  1,9    

davon Aktiva (in Mio. €)
Sachanlagen   126
Finanzanlagen  1.616
davon Passiva (in Mio. €)
Eigenkapital    855
Pensionsrückstellungen  435
Investitionen    (in Mio. €)
in Sachanlagen              20

Mitarbeiter              1.865 
davon Auszubildende        49 
davon FAV und Bürgerarbeit    14

Fahrgäste in Mio.     132,5